Als junger Kunstliebhaber und leidenschaftlicher Gamer begeistert es mich, wenn Traditionsinstitutionen wie das Belvedere Museum mutig neue Wege gehen und auch in Österreich erkannt wird, das Gaming eine immer größere Relevanz hat. Das Projekt „Art Leap“ auf Roblox zeigt eindrucksvoll, wie kulturelle Bildung im digitalen Raum nicht nur möglich, sondern richtig spannend sein kann.
Kunst trifft Popkultur
In Zusammenarbeit mit den preisgekrönten Gaming-Studios Exclusible und Playerthree hat das Belvedere ein Spiel entwickelt, das Spieler*innen in die Welt von vier ikonischen Kunstwerken führt – darunter Klimts „Der Kuss“ und Davids „Napoleon am Großen St. Bernhard“. Statt vor Gemälden zu stehen, taucht man in sie ein: Man reitet mit Napoleon durch die Alpen, kocht mit Monet oder löst Rätsel im Wiener Prater aus Sicht eines Eichhörnchens.
Warum das funktioniert
Roblox zählt täglich mehr als 89 Millionen aktive User*innen, vor allem Kinder und Jugendliche. Genau hier setzt das Belvedere an. Durch die Wahl dieser Plattform trifft das Museum seine zukünftige Zielgruppe dort, wo sie sich ohnehin aufhält. Und das mit Inhalten, die spielerisch das Interesse an Kunst wecken, ohne alt und „prätentiös“ zu wirken.
Nicht nur ein Marketing „Gag“, sondern auch erfolgreich
Seit dem Soft-Launch im Dezember 2024 wurde „Art Leap“ bereits von über 1,1 Millionen Spieler*innen ausprobiert und mit einer herausragenden Bewertung von 97% versehen. Diese Zahlen zeigen: Kunst kann auch im Gaming-Kontext funktionieren – wenn sie kreativ, interaktiv und visuell ansprechend umgesetzt wird.
Digitale Strategie mit Weitblick
„Art Leap“ ist kein isoliertes Projekt, sondern Teil einer umfassenderen digitalen Transformationsstrategie des Belvedere. Mit Formaten wie dem kommenden Spiel „Mission Museum“ (geplant für Mitte 2025) zeigt das Museum, dass es nicht nur kurzfristige Aufmerksamkeit sucht, sondern langfristig in digitales Branding investiert.
Was wir als Marketing Spezialisten lernen können
Das Belvedere macht vor, wie man Content für neue Zielgruppen nicht einfach nur digitalisiert, sondern neu denkt. Es nutzt Gaming, um Interaktion, Emotion und Wissen zu verbinden. Für uns Marketerbedeutet das: Wer junge Zielgruppen erreichen will, muss ihre Sprache sprechen – in diesem Fall: Games, Kreativität und echte Erlebnisse statt reiner Information und „In your Face“ Werbung. Das Belvedere Museum liefert ein perfektes Beispiel wie Marketing in Gaming richtig genutzt wird.
„Art Leap“ ist nicht nur ein gelungenes Beispiel für digitales Kulturmarketing, sondern ein Weckruf für alle, die denken, Gaming ist nur für „Nerds“. Es ist das beste Medium, um die zukünftigen Zielgruppen zu erreichen.
Autor: Jakob Miedler, Digital Marketing Consultant @Wunderknaben Wien